Bela Winkens’ „Brief an die Mutter“: Bewegende Buchvorstellung in Sulzbach-Rosenberg

Event: „Brief an die Mutter“ von Bela Winkens – Buchvorstellung mit Kristine Listau und Jörg Sundermeier in Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg e.V. | Literaturhaus Oberpfalz, Rosenberger Straße 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg on 22. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

22. Oktober 2026 19:00 Uhr

Veranstaltungsort

Rosenberger Straße
Rosenberger Str., 73494 Rosenberg, Deutschland

Tickets

10,00 €
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Über diese Veranstaltung

Literatur & Lesungen

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Entspannt

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Eine Stimme aus der Erinnerung: Bela Winkens’ „Brief an die Mutter“

Am 22. Oktober 2026 widmet sich das Literaturhaus Oberpfalz in Sulzbach-Rosenberg einem außergewöhnlichen autobiografischen Zeugnis: „Brief an die Mutter“ von Bela Winkens führt in die Geschichte einer Holocaust-Überlebenden, die ihrer im KZ Auschwitz ermordeten Mutter schreibt. Kristine Listau und Jörg Sundermeier stellen den literarisch eindringlichen Text vor und öffnen damit einen Raum für Erinnerung, Trauer und historische Verantwortung.

Ein Brief gegen das Verstummen

Im Zentrum des Buches steht eine paradoxe Nähe: Bela Winkens schreibt an eine Mutter, die sie nie wirklich kennenlernen konnte. Aus dieser Leerstelle entwickelt sich eine sprachlich konzentrierte Erzählung über Kindheit, Verlust und die lebenslange Suche nach einem Gegenüber. Die Narrative des Briefes verbindet persönliche Erinnerung mit der Frage, wie Literatur Erfahrungen bewahrt, die sich jeder einfachen Darstellung entziehen.

Erinnerungsliteratur mit historischer Tiefe

Winkens überlebte als Vierjährige das KZ Theresienstadt. In ihrem Text erzählt sie von Erinnerungen an diese Zeit und von ihrem späteren Umgang mit Schmerz und Trauer. Die Buchvorstellung ordnet „Brief an die Mutter“ als Zeugnis der Erinnerungsliteratur ein: nicht als distanzierte Chronik, sondern als intime Form der Selbstverständigung, in der Sprache zur Möglichkeit des Weiterlebens wird.

Literarische Vermittlung im Literaturhaus Oberpfalz

Kristine Listau und Jörg Sundermeier präsentieren den im Verbrecher Verlag erschienenen Band. Sundermeier ist als Verleger und Literaturvermittler eng mit zeitgenössischer Literatur verbunden; Listau arbeitet als Verlegerin und Literaturvermittlerin. Gemeinsam machen sie die sprachliche Kunstfertigkeit und die kulturgeschichtliche Bedeutung von Winkens’ Memoiren erfahrbar.

Der Text entstand bereits 1996, wurde jedoch erst im Herbst 2025 veröffentlicht. Diese zeitliche Distanz verleiht dem Buch eine besondere Spannung: Zwischen erlebter Geschichte, später Niederschrift und heutiger Lektüre entsteht ein literarischer Dialog über Zeugenschaft, Erinnerungskultur und die Verantwortung des Erzählens.

Ein Abend zwischen Lesung und historischer Verantwortung

Die Buchvorstellung findet im Rahmen der Wochen gegen Antisemitismus statt. Der Veranstaltungsabend richtet sich an alle, die sich für autobiografische Literatur, Holocaust-Zeugnisse, deutschsprachige Gegenwartsliteratur und die kulturelle Kraft des Erinnerns interessieren. Die Lesungs-Atmosphäre im Literaturhaus Oberpfalz schafft einen konzentrierten Rahmen für eine Autor-Begegnung über den Text und seine Vermittlung.

Besucherinnen und Besucher erwartet ein literarisches Erlebnis von großer emotionaler Dichte: eine Auseinandersetzung mit einer verlorenen Mutter, einer überlebten Kindheit und der Frage, wie aus Erinnerung Sprache und aus Sprache historische Verantwortung wird.

Fazit: Literatur als lebendiges Gedächtnis

„Brief an die Mutter“ verspricht einen Abend, der weit über eine gewöhnliche Buchpräsentation hinausweist. Bela Winkens’ Memoiren verbinden persönliche Sprachkunst mit einem zentralen Kapitel europäischer Geschichte. Wer Erinnerungsliteratur nicht nur lesen, sondern in ihrer konzentrierten, gemeinsamen Vermittlung erleben möchte, findet im Literaturhaus Oberpfalz einen eindringlichen Ort der Begegnung.

Offizielle Kanäle von Bela Winkens:

Quellen:

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