Davon geht die Welt nicht unter: Chansons und Zeitgeschichte live in Rosenberg


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Zwischen Chanson und Zeitgeschichte: Davon geht die Welt nicht unter in Rosenberg
Heiter-beschwingte Melodien, romantische Chansons und die Schatten einer widersprüchlichen Epoche verbinden sich am Freitag, 30. Oktober 2026, im Evangelischen Gemeindehaus Rosenberg zu einem eindringlichen Musikvortrag. Alexandra Völkl und Budde Thiem widmen sich Liedern der 1930er- und 1940er-Jahre und erzählen von den Menschen, deren Lebenswege untrennbar mit der Zeit des Nationalsozialismus verbunden waren.
Wenn leichte Melodien eine schwere Geschichte tragen
Im Mittelpunkt stehen bekannte Lieder, die bis heute vertraut klingen. Doch hinter ihrer eingängigen Orchestrierung und den scheinbar unbeschwerten Refrains liegen politische Vereinnahmung, Verfolgung und persönliche Schicksale. Das Programm zeigt, wie der NS-Propagandaapparat populäre Schlager als Durchhalteparolen nutzte und wie Künstlerinnen, Komponisten und Textdichter mit dieser Wirklichkeit umgingen.
Chansons zwischen Bühne, Rundfunk und Exil
Der Musikvortrag stellt unter anderem Lale Andersen, Bruno Balz, die Comedian Harmonists, Marlene Dietrich, Friedrich Hollaender, Evelyn Künneke und Zarah Leander in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang. Ihre Lieder erzählen von Sehnsucht, Liebe und Hoffnung, während die politischen Verhältnisse längst jede private Unbeschwertheit überlagerten.
Klavier, Gesang und eine intime Live-Atmosphäre
Alexandra Völkl gestaltet den Abend mit Gesang, Budde Thiem begleitet am Klavier. Die reduzierte Besetzung schafft Raum für Textverständlichkeit, musikalische Nuancen und eine unmittelbare Bühnenperformance. Zwischen zarten Klavierlinien, prägnanten Gesangspassagen und moderierten Einordnungen entsteht ein Konzerterlebnis, das Musikgeschichte hörbar und emotional erfahrbar macht.
Ein Abend mit Haltung und musikalischer Nähe
Das Programm verbindet Fachwissen über Chanson, Schlager und Filmmusik mit einer persönlichen Live-Atmosphäre. Die Publikumsstimmung entsteht dabei nicht durch nostalgische Verklärung, sondern durch den bewussten Blick auf die Ambivalenz dieser Lieder: Sie klingen vertraut, tragen jedoch Erinnerungen an Propaganda, Ausgrenzung und Widerstand in sich.
Fazit: Musikgeschichte live erleben
Davon geht die Welt nicht unter verspricht einen konzentrierten Abend mit Piano, Gesang und historischer Tiefe. Besucherinnen und Besucher erleben bekannte Melodien aus einer neuen Perspektive und entdecken, wie eng musikalische Schönheit und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden sind. Wer Chansons, deutsche Musikgeschichte und eindringliche Bühnenmomente schätzt, sollte diesen Abend im Evangelischen Gemeindehaus Rosenberg live erleben.










