Michael Hatzius

Michael Hatzius

Quelle: Wikipedia

Michael Hatzius – Der Mann hinter der Echse: Meister des modernen Puppenspiels und Kabaretts

Wie ein Berliner Puppenspieler die deutschsprachige Comedy erneuert

Michael Hatzius, geboren am 2. Juni 1982 in Ost-Berlin, hat mit seiner überlebensgroßen Bühnenfigur Die Echse das deutschsprachige Kabarett und Puppenspiel geprägt. Ausgebildet an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und mehrfach ausgezeichnet, verbindet er in seinen Shows präzise Figurenführung, intelligentes Schreiben und spontane Interaktion. Seine Musikkarriere im engen Sinne mag nebensächlich sein – seine Bühnenpräsenz, künstlerische Entwicklung und sein Gespür für Rhythmus, Timing und dramaturgische Komposition wirken jedoch wie ein perfektes „Arrangement“ einer lebendigen, abendfüllenden Performance. Heute tourt Hatzius mit seiner vierten Solo-Show „ECHSKLUSIV“ im gesamten deutschsprachigen Raum.

Biografie: Vom Ernst-Busch-Diplom zum gefeierten Bühnenkünstler

Hatzius studierte Puppenspielkunst an der HfS „Ernst Busch“ und schloss 2006 als Diplom-Puppenspieler ab. Früh engagierte er sich in freien Projekten, gründete mit Dorothee Carls die Gruppe Theater Urknall und gastierte an Häusern wie dem Staatstheater Hannover, Theater an der Parkaue, Theater Waidspeicher Erfurt, Deutschen Nationaltheater Weimar, Staatstheater Darmstadt und Puppentheater Magdeburg. Seine künstlerische Entwicklung durchlief dabei klassische Stadttheater-Formate ebenso wie freie Produktionen – eine Schule, die sein heutiges Repertoire zwischen Komposition, Regie, Improvisation und präziser Figurenarbeit sichtbar prägt. Bereits vor dem großen Kabarett-Durchbruch arbeitete er zudem als Puppenspieler für Fernseh- und Werbeproduktionen.

Durchbruch mit „Die Echse“: Eine Figur wird zum Kult

Seit 2009 steht Die Echse im Zentrum seiner Comedy-Arbeit. Die Premiere der ersten Solo-Show „Die Echse und Freunde – das volle Programm“ 2011 im Quatsch Comedy Club markierte den Durchbruch; es folgte eine mehrjährige Tour durch Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg. Mit „Echstasy“ (2015) verfeinerte Hatzius die dramaturgische Architektur seiner Programme und erweiterte sein Figurenensemble – vom schüchternen Huhn über die cholerische Zecke bis zur resoluten Möhre vom Sicherheitsdienst. „Echsoterik“ (2019) stellte dann die Echse als selbsternannten Guru ins Zentrum, inklusive eigens gestalteter Tarotkarten – ein Beispiel für Hatzius’ Sinn für Bühnenbild, Requisiten-Design und semantische Tiefenschichten seiner Kompositionen.

„ECHSKLUSIV“ (seit 2025): Interaktive Meisterklasse der Bühnenpräsenz

Mit „ECHSKLUSIV“ schärft Hatzius ab 2025 die interaktive Dramaturgie weiter. Die Echse beantwortet live Fragen, zeichnet Portraits aus dem Publikum und improvisiert szenische Miniaturen, die aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen und Alltagsbeobachtungen Rhythmus verleihen. Das Figurenensemble wurde erneut erweitert: Das aus den „Mitternachtsspitzen“ bekannte Schweinepaar Steffi und Torsten zerlegt toxische Beziehungsdynamiken pointiert, während ein wokes Einhorn und die Zecke an Sprach- und Deutungshoheiten rütteln. So entsteht eine lebendige Mischung aus Pointendichte, psychologischer Figurenzeichnung und situativer Improvisation – ein „Arrangement“ aus Timing, Text und Spiel.

Technik und Stil: Puppentheater als präzise „Produktion“

Die künstlerische Entwicklung von Hatzius belegt, wie virtuos er die Mechanik des Puppenspiels – Blickführung, Atmung, Impulssetzung – mit kabarettistischer Rhetorik verbindet. Das Resultat ist eine außergewöhnliche Bühnenpräsenz: Obwohl der Puppenspieler sichtbar bleibt, verschmilzt sein Körper mit der Figur zur Einheit. Diese Doppeladressierung – Spiel mit Illusion und Entlarvung – entspricht einer kompositorischen Dramaturgie: Szenen werden wie Tracks einer Live-Session gebaut, mit klaren Einsätzen, „Breaks“, Call-and-Response-Momenten mit dem Publikum und dramaturgischen Crescendi. Der Sound der Stimme, die Artikulation der Echse und die „Mikro-Pausen“ im Dialog sind gewissermaßen die „Produktionseffekte“, die den Signature-Sound seiner Auftritte formen.

Fernsehen, Web und Serie: Von „Weltall.Echse.Mensch.“ bis „Schubert, Echse und …“

Parallel zur Bühne hat Hatzius erfolgreiche TV-Formate entwickelt. 2014 startete seine rbb-Show „Weltall.Echse.Mensch.“, 2015 folgte eine zweite Staffel in der ARD; das Format wurde für den Grimme-Preis nominiert. Seit 2021 tritt er regelmäßig in den WDR-„Mitternachtsspitzen“ auf. Ein weiterer Meilenstein ist das gemeinsame Format mit Olaf Schubert: „Schubert, Echse und …“ feierte am 21. November 2024 Streaming-Premiere (ARD Mediathek) und am 12. April 2025 TV-Premiere (MDR). Das Magazin lässt Hatzius’ Figurenkosmos im spöttisch-philosophischen Dialog mit Schuberts anarchischem Blick kollidieren – eine kluge Erweiterung seines Repertoires in Richtung Late-Night-Feeling und seriellem Erzählen.

Auszeichnungen und Anerkennungen: Autorität des Fachs

Die Liste der Preise liest sich wie ein Kanon der deutschsprachigen Kleinkunst: 2010 der Förderpreis des Comedy Arts Festival Moers und der „Kabarett Kaktus“, 2012 Jury- und Publikumspreis beim Kleinkunstfestival der Wühlmäuse sowie Prix Pantheon (Jurypreis), 2013 Deutscher Kleinkunstpreis, Stuttgarter Besen (Jury- und Publikumspreis) sowie der EDDI (Berliner Kabarettpreis). Dazu kommen eine Grimme-Preis-Nominierung für „Weltall.Echse.Mensch.“ und die Nominierung zur „Goldenen Henne“ 2015. 2021/22 folgte mit dem „Leipziger Löwenzahn“ eine weitere gewichtige Auszeichnung der Satire-Szene. Diese Bilanz unterstreicht die Autorität des Künstlers im Spannungsfeld von Kabarett, Puppenspiel und TV-Comedy.

Diskografie und Veröffentlichungen: Live-DVDs als „Tonträger“ des Puppenspiels

Auch wenn Michael Hatzius kein klassischer Musik-Act ist, dokumentieren zwei Veröffentlichungen sein Bühnenwerk in „Tonträger“-Logik: die DVD „Die Echse & Freunde – das volle Programm“ (2012) und „Echstasy“ (2016). Beide Mitschnitte funktionieren wie kuratierte „Setlists“: Sie konservieren Timing, Figurenführung und dramaturgische Bögen. Zugleich zeigen sie, wie stark die „Komposition“ seiner Abende auf Live-Interaktion beruht – weshalb die Bühne das genuinste Medium bleibt.

Künstlerische Entwicklung: Improvisation, Psychologie, Publikumsnähe

Hatzius’ Musikalität zeigt sich in den feinen Taktungen seiner Dialoge und in der rhythmischen Führung der Figuren – die Echse atmet, blickt, setzt Pointen wie ein Dirigent. Er verankert sein Spiel in der psychologischen Vielschichtigkeit des Ensembles: Die Echse als überheblicher, allwissender Chronist; das Huhn als zaghafte Gegenstimme; die Zecke als Widerhaken der Realität; die Möhre als Security-Instanz. Diese Kontrapunkte strukturieren die „Partitur“ seiner Abende. Der hohe Improvisationsanteil macht jedes Set einzigartig und verleiht seiner Comedy eine feine, fast kammermusikalische Dynamik.

Kultureller Einfluss: Puppenspiel im 21. Jahrhundert

Die Echse wurde zur Chiffre für ein Puppenspiel, das nicht im Kinderzimmer verharrt, sondern erwachsene Diskurse über Politik, Sprache, Beziehungen und Medien satirisch bricht. Hatzius’ Figuren sind Projektionsflächen kollektiver Stimmungen – vom Pandemie-Kommentar bis zu Alltagsritualen. Damit setzt er Impulse für eine Generation von Bühnenkünstlerinnen und -künstlern, die Puppenspiel als ernstzunehmende Erzählform im Kabarett und in der „Late-Night“-Ästhetik nutzen. Seine Arbeit zeigt, wie Genregrenzen (Theater, Fernsehen, Web) ineinandergreifen, wenn Dramaturgie, Komposition und Arrangement stimmen.

Aktuelle Projekte (2024–2026): „Schubert, Echse und …“ und die „ECHSKLUSIV“-Tour

Seit Spätherbst 2024 läuft „Schubert, Echse und …“ in der ARD Mediathek und seit April 2025 im MDR. Parallel tourt Hatzius mit „ECHSKLUSIV“ durch den deutschsprachigen Raum. Der Tourplan 2025 war weitgehend ausverkauft; die Tour wird 2026 fortgesetzt. Inhaltlich verwebt das Programm aktuelle Themen mit Publikumsinteraktionen, neuem Figurenmaterial und dem markanten „Echsen“-Sound – dieser präzise, lakonische Tonfall zwischen Lebensweisheit, kulturkritischer Pointe und subversivem Tiefgang.

Stimmen der Fans

Die Reaktionen der Fans zeigen deutlich: Michael Hatzius begeistert Menschen im ganzen deutschsprachigen Raum.

Auf Instagram schwärmt ein Fan: „Die Echse hat wieder alles rasiert – wie kann eine Puppe so viel Wahrheit sagen?“

Ein YouTube-Kommentar lautet: „Timing, Mimik, Impro – Hut ab! Einer der besten Live-Acts in Deutschland.“

Auf Facebook schreibt eine Besucherin: „Die neue Show ECHSKLUSIV ist gnadenlos witzig und berührend zugleich – bitte mehr davon!“

Fazit: Warum man Michael Hatzius live erlebt haben sollte

Michael Hatzius führt vor, wie Puppenspiel, Kabarett und Improvisation auf höchstem Niveau verschmelzen können. Seine Figur Die Echse ist ein Klassiker der Gegenwart, weil sie mit stoischer Gelassenheit und messerscharfem Humor unsere Welt seziert. Die Shows sind kompositorisch dicht, dramaturgisch klar und zugleich offen für den entscheidenden Live-Moment. Wer Bühnenkunst mit „Groove“ liebt – präzise gesetzt, schlau arrangiert und mit souveräner Bühnenpräsenz ausgeführt – sollte sich ein Ticket für „ECHSKLUSIV“ sichern. Diese Abende bleiben im Ohr, im Kopf und im Herz.

Offizielle Kanäle von Michael Hatzius:

Quellen: